Volontärtagebuch – Matthias – Teil 2

Field Trip 25.06.2017

Vor mehr als 2500 Jahren sagte der Buddha einst: „Bindung (an Begierden) ist die Wurzel allen Leidens.“ Auch wenn die Kambodschaner, die ich bisher kennen lernen durfte verständlicherweise nicht alle Regeln des Buddhismus strikt befolgen, merkt man dennoch den Einfluss der Religion auf das alltägliche Leben. Es herrscht eine grundlegende Zufriedenheit, obgleich der materielle Besitz nicht hoch ist. Aus diesem Grund war es für mich selbstverständlich den ersten Klassenausflug unter das Thema des Buddhismus zu stellen. Auch Philipps und meine Klasse war direkt angetan und so fanden sich schnell zwei Ziele: Die Piemokul und die Jeat Ta Pun Pagode. Um in das Thema zu starten, hielten einige Schüler vorab im Unterricht kleine Präsentationen über den Buddhismus im Allgemeinen, buddhistische Rituale in der Familie und buddhistische Tempel.

Mit einer gemütlich-kambodschanischen Verspaetung ging es dann am letzten Sonntag mit Fahrrad und Moto zu unserem ersten Ziel. Im angrenzenden Dorf Rokakong, welches wir fast täglich für einen Einkauf auf dem Markt besuchen, befindet sich die schöne Piemokul Pagode, in der uns die Schülerinnen und Schüler über die Verhaltensweisen an diesem Ort informierten. Mit großen Augen berichteten sie uns während wir interessiert lauschten. Über religiöse Bootsfestival auf dem Mekong, über Drachen, Elefanten und Pferde, die Lebensstationen Siddhartas, das Leben der Mönche und das Ritual des Betens. Eine wahnsinnig interessante Erfahrung, da sich Ort und Regeln stark vom Christentum, welches mich bisher geprägt hat, unterscheiden.

Danach führten wir unseren Ausflug in der Jeat Ta Pun Pagode weiter, welche auch unter dem Namen „Fish Pagoda“ bekannt ist, da inmitten der Tempelanlagen ein großer Teich zu finden ist, der Lebensraum für eine Vielzahl von Fischen bietet. Diese sind jedoch nicht für den Verzehr vorbestimmt, sondern werden behutsam von den Mönchen umsorgt, da sie als Jünger Buddhas gelten. Für die Schülerinnen und Schüler ist dieser Ort besonders wichtig, da sie ihn in traurigen Stunden zum Sammeln neuer Kraft aufsuchen. In meinen Augen mehr als einleuchtend, denn das Füttern der Fische ist nicht nur spaßig, sondern hat auch etwas enorm Beruhigendes.

Da die Schülerinnen und Schüler großen Spaß daran hatten uns ihre Religion näher zu bringen, besuchten wir spontan noch einen dritten Ort: den Jerng Chhnok Berg in der angrenzenden Kommune. Zwar ist der Berg weniger ein Berg und mehr ein Hügel, doch in diesem flachen Gebiet des Landes sticht er sichtlich heraus und gibt einen schönen Ausblick über die Umgebung. Kleine Dörfer mit Tempeln, grüne Reisfelder und selbst Phnom Penh ist im Hintergrund deutlich zu erkennen. Auch hier kommen die Schülerinnen und Schüler gerne hin. Nicht nur um den Ausblick zu genießen, sondern auch, um auf der Spitze in einem kleinen Tempel zu beten.

Glücklich, erfüllt und bereichert ließen wir unseren Ausflug gemeinsam bei einem typischen Khmer Lunch ausklingen. Nudeln, Schweinefleisch, Ei und scharfe Soße. Das gemütliche Ende eines tollen Tages. Der nächste Ausflug lässt sicherlich nicht lange auf sich warten.

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